Archiv für Dezember 2013

Kurzer Bericht zum Antirepressionstag

solikreisdemo

Trotz miserablen Wetters Kundgebung und entschlossene Demo in Mannheim.

Der verregnete Antirepressions-Tag begann mit einer Kundgebung vor dem Sammellager für Geflüchtete in der Industriestraße. Viele Geflüchtete hörten dem Redebeitrag des Bündnis gegen Abschiebung und einem Refugeeaktivisten, der über Repression gegen Geflüchtete in Deutschland berichtete, zu. Von dort ging es geschlossen zur Auftaktkundgebung an den Mannheimer Hauptbahnhof. Hier wurden weitere Redebeiträge gehalten (AK Antifa, Atik).
Ab hier zog die Demo weiter in Richtung Polizeipräsidium. Bei einer Kundgebung vor dem Haupteingang thematisierten die Rote Hilfe Heidelberg und der AK Spitzelklage weitere Repressionsfälle wie den Spitzeleinsatz in Heidelberg. Bei der zweiten Zwischenkundgebung am Weihnachtsmarkt auf dem Paradeplatz versuchten die Bereitschaftspolizist*innen die Situation zu eskalieren und drohten den Lautsprecherwagen zu stürmen. Als Vorwand diente die angebliche Vermummung eine*r Redner*in (Redebeitrag verschiedener Antifaschistischer Gruppen aus Baden-Württemberg). Durch besonnenes und entschlossenes Schützen konnte dieser Angriff im Keim erstickt werden. Unter anderem durch viele verteilte Flyer konnten die Inhalte der Demo gut an die Passant*innen vermittelt werden und die Demo wuchs stetig an. Ohne weitere Zwischenfälle konnte die Demo, die mitlerweile ca. 250 Teilnehmer*innen zählte, begleitet von Feuerwerk zur Abschlusskundgebung durch die Neckarstadt an die JVA ziehen. Nach zwei Redebeiträgen (Rote Aktion Mannheim, Kurdische Jugend) gab es ein Abschlusskonzert mit Solidaritätsliedern von Blandine Bonjour und Bernd Köhler. Nach der Demo konnten die durchgefrorenen Demonstrant*innen sich bei Suppe und warmen Getränken im Juz Friedrich Dürr aufwärmen.
Trotz der eher geringen Beteiligung bewerten wir den heutigen Tag als Erfolg, da es uns gelungen ist, spektrenübergreifende Aktionen mit einer neu gegründeten Antirepressionsgruppe zu organisieren.

Feuer und Flamme der Repression!

Freitag Soliabend, Samstag Demo – Kommt zu den Aktionen des Solikreis Mannheim!

Am Freitag findet unser Soliabend 1312 statt. Ab 20 Uhr werden zwei thematisch passende Filme gezeigt (Graffiti und Gipfelproteste), es gibt Drinks für die gute Sache und letzte Infos zur Demo am Samstag.
Diese beginnt um 13 Uhr am Hauptbahnhof unter dem Motto „Unsere Solidarität gegen ihre Repression – Polizeiliche Unterdrückung und rassistische Ausgrenzung bekämpfen!“. Wir laufen durch die Innenstadt, die Neckarstadt und beenden die Demo mit einer Abschlusskundgebung vor dem Knast (mehr Infos hier). Im Anschluss laden wir alle Teilnehmer*innen zum Aufwärmen ins JUZ Friedrich Dürr ein.

Mit gezogener Waffe und hohler Begründung – Prozeß gegen Neonazigegner in Mannheim

Am 11.12. erschienen in der Tageszeitung Junge Welt, verfasst von Markus Bernhardt

Am heutigen Mittwoch beginnt in Mannheim der Prozeß gegen drei Antifaschisten vor dem Amtsgericht der Stadt. Den Betroffenen wird seitens der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, an einer körperlichen Auseinandersetzung mit Neonazis beteiligt gewesen zu sein, zu der es im letzten Jahr am Rande eines Aufmarsches von NPD-Anhängern und militanten neofaschistischen »Kameradschaften« in Mannheim gekommen war. (mehr…)

Interview #7 Young Struggle Mannheim

Warum beteiligt ihr euch an der Mobilisierung?

Für uns ist es selbstverständlich, dass wir Betroffene von staatlicher Verfolgung nicht alleine lassen. Wir haben es in Deutschland mit einem mit allen Wassern gewaschenen Staatsapparat, der darin geübt ist systemkritische Proteste, Bewegungen und Organisationen zu bekämpfen. Gegen
diese Einheit aus Polizei, Geheimdiensten und Justiz, haben wir nur unsere auf Solidarität basierende Einheit antifaschistischer Kräfte. Solidarität heißt für uns, jemanden nicht alleine im Regen stehen zu lassen. Darum beteiligen wir uns an der Mobilisierung.
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Interview #6 mit der Roten Aktion Mannheim

Im Zuge der Mobilisierung zur Antirepressionsdemo am 14. Dezember wurde mit verschiedenen unterstützenden Gruppen Kurzinterviews geführt. Die Rote Aktion Mannheim ist neben anderen Gruppen Mitglied des Solikreis Mannheim. Wir haben mit Anna, einer Vertreterin der Gruppe, über die Mitarbeit im Solikreis und die aktuelle Repression gegen AntifaschistInnen gesprochen.

Solikreis: Danke erstmal, dass du für das Interview Zeit gefunden hast, Demovorbereitungen sind ja immer sehr zeitaufwendig. Willst du uns erstmal kurz deine Gruppe vorstellen?

Anna:
Gerne! Die Rote Aktion Mannheim hat sich im Dezember 2010 gegründet. Ziel war und ist es, neben der in den letzten Jahren wieder erstarkenden Antifabewegung in der Region, auch eine kontinuierliche Arbeit im gesamtgesellschaftlichen Bereich zu leisten. Die Auseinandersetzung mit imperialistischen Kriegen, Internationale Solidarität (etwa mit der kurdischen Befreiungsbewegung) und der Kampf gegen kapitalistische Ausbeutung, wie zum Beispiel am 1. Mai, bilden seitdem Schwerpunkte. Darüber hinaus engagieren wir uns auch überregional, zum Beispiel bei den alljährlichen Protesten gegen die NATO-Sicherheitskonferenz in München, die ja jetzt auch wieder bald anstehen.

Solikreis: Warum beteiligt ihr euch an der Mobilisierung zur Antirepressionsdemo?

Anna: Na’ erstmal natürlich, weil man die GenossInnen nicht alleine lässt. Der Angriff auf ein paar von uns, ist als Angriff auf uns alle gemeint und so sollte er auch von unserer Seite beantwortet werden. Ziel solcher Angriffe des bürgerlichen Staates ist es selbstverständlich zum Einen aktuelle Prozesse zu schwächen und einen Einblick in die Strukturen zu erhalten, zum Anderen sollen AktivistInnen eingeschüchtert und so von einer weiteren politischen Arbeit abgehalten werden.
Klar ist für uns, dass wir einem solchen Kalkül einen Strich durch die Rechnung machen. Wir lassen uns nicht einschüchtern und stehen solidarisch zusammen! Das gilt nicht nur für uns als linke AktivistInnen, sondern auch für die von rassistischer Diskriminierung betroffenen Flüchtlinge. Die menschenverachtenden Aktionen des bürgerlichen Staates gegen die Flüchtlinge und die damit faktisch stattfindende Beflügelung rechtspopulistischer und faschistischer Umtriebe gehen Hand in Hand mit der Repression gegen AntifaschistInnen. Wir lassen uns aber weder einschüchtern, noch unseren Widerstand spalten. Darum gehen wir gemeinsam am 14. Dezember auf die Straße – gegen Rassismus & Unterdrückung – Feuer und Flamme der Repression!

Solikreis: Auf deine letzte Antwort eingehend – wie schätzt ihr in diesem Zusammenhang die gesellschaftliche Entwicklung zu Rassismus, Repression und Krise ein?

Anna:
Dass die kapitalistische Krise rassistische und faschistische Tendenzen in der Gesellschaft befördert steht für uns fest. Das ist derzeit nicht nur in Griechenland zu beobachten, sondern auch beim Krisengewinner Deutschland. Die mediale Hetze gegen Griechen und andere vom Kapitalismus durchgeschüttelte Länder wurde vom bürgerlichen Staat dankend aufgenommen. In Hellersdorf, Schneeberg und anderswo machen so genannte Bürgerinitiativen wieder mobil gegen Flüchtlingsunterkünfte und das in einem Tenor, der an die Pogromstimmung der Neunziger Jahre erinnern lässt, aber die bürgerliche Politik gießt Benzin ins Feuer, schiebt ab und hetzt Polizisten auf Flüchtlinge, wie etwa in Hamburg und Berlin. Linke Kräfte fordern gegen diese Zustände eine gesellschaftliche Gegenperspektive ein. Dass diese in diesem Zusammenhang massiv vom bürgerlichen Staat angegriffen werden, sollte für keine/n Linke/n eine Überraschung sein.
Wichtig ist was für Schlüsse wir als AktivistInnen aus diesen immanenten Verquickungen ziehen.
Für uns ist klar, dass eine Überwindung von Rassismus, Repression und Klassenjustiz – eine Überwindung jeglicher Ausbeutung und Unterdrückung – nur durch einen revolutionären Bruch mit den kapitalistischen Produktionsverhältnissen möglich ist. Denn wenn wir erkennen, dass die Grenze nicht zwischen den Hautfarben, den Nationen, den Geschlechtern, oder der sexuellen Orientierung, sondern ausschließlich und mit aller Gewalt zwischen Oben und Unten – also der herrschenden und der ausgebeuteten Klasse – verläuft, dann ist es möglich eine neue Welt des Friedens zu erreichen.

Solikreis: Dann sag’ ich mal Danke für das Interview! Wollt ihr denn abschließend noch etwas loswerden?


Anna:
Unsere Grüße gehen natürlich an alle von der Repression Betroffenen: An die kurdischen GenossInnen die auf Grund der Polizeiangriffe auf das Kurdische Festival 2012 mit Schikanen überhäuft werden, an die kritische ver.di Jugendsekretärin aus Stuttgart die ebenfalls von einer Hausdurchsuchung und Festsetzung im Oktober betroffen war, an die entschlossenen AntifaschistInnen der Revolutionären Front Schweden und selbstverständlich an die GenossInnen aus Burg die einen mutigen Kampf gegen Nazi- und Polizeiterror gleichermaßen führen…um nur einige zu nennen.
Stehen wir solidarisch zusammen! Für eine revolutionäre Perspektive, Für den Kommunismus!

Link: roteaktion.blogsport.de
Link: solikreis.mannheim.de

Alle am 14. Dezember auf die Antirepressionsdemo!

13 Uhr am Hauptbahnhof Mannheim